Die Waldschule

Der Wald ist ein sehr kostbares Gut. Gerade in der Zeit des Klimawandels ist es sehr wichtig ihn zu wertschätzen und zu erhalten. Er dient als Möbel/ Bauholzlieferant und liefert Holz zum Heizen sowie Dekoration. Heil- und Nahrungsmittel werden aus ihm gewonnen. Er filtert und speichert das Trinkwasser, säubert die Luft, produziert Sauerstoff und speichert CO2.  Er ist ein wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Für Menschen stellt er eine wichtige Ressource für die Erholung und die Gesundheit dar.

Aber die Naturentfremdung der Menschen nimmt immer weiter zu. Handys und Computer, Stress und Termindruck, wenig Bewegung und falsche Ernährung in einer Umwelt aus Beton und Steinen führen immer häufiger zu den verschiedensten Erkrankungen.

Gerade bei den heutigen Zivilisationskrankheiten ist eine intakte Natur besonders wichtig. Der Wald hat eine besondere Heilkraft, die den Blutdruck senkt, das Immunsystem fördert und die Seele aufbaut. Spaziergänge, sportliche Aktivitäten und Meditationen werden von der Waldschule im Sinne von Waldbaden angeboten. „Nur in einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist!“  Dadurch wird die Achtsamkeit der Menschen nicht nur für sich selbst,  auch für die Natur geschärft.

Es ist ein wichtiges Anliegen der Waldschule den kleinen und großen Besuchern die Einzigartigkeit, Vielfalt und Verletzlichkeit der Natur nahe zu bringen. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben im Sinne der Bildung für Nachhaltigkeit ist es den Menschen ihre Verantwortung für die Natur und ihre Erhaltung bewusst zu machen.

Das Konzept der Waldschule sieht es vor, dass die Besucher viel Spaß im Wald haben. Dazu werden unterschiedliche Methoden wie Waldjugendspiele, Naturerfahrungsspiele und Aktivitäten wie Hüttenbauen, Kochen auf dem Feuer, Werken mit Naturmaterialien usw. angewandt. Es ist der Waldschule ein großes Anliegen alte Kulturtechniken zu lehren, Artenkenntnis zu vermitteln und die einheimische Natur mit allen ihren schillernden Facetten kennen- und schätzen zu lernen. „Was ich kenne, das schütze ich!“

Ressourcen schonen durch die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder Füße, Konsumverhalten überdenken wie der Einkauf von lokalen und saisonalen Lebensmitteln oder Fair Trade Produkten, Textilien, die nicht mit Kinderarbeit und mit unter fairen Bedingungen hergestellt werden, Wasserverbrauch einschränken am Beispiel der Wassergewinnung von den Dächern der Berufsschule für das Brauchwasser sind Themen, die in den Angeboten der Waldschule eine große Rolle spielen. Das Staunen über die Geheimnisse in der Natur und die Wertschätzung der Lebenswesen und das Wissen über die Zusammenhänge wird die Teilnehmer  die richtigen Entscheidungen treffen lassen. 

Im Hauptgebäude der Waldschule befindet sich ebenso wie in der Halle auf dem Berg eine große Wildtiersammlung. Die Besucher können die Präparate anschauen, anfassen und staunen wie schön die einzelnen Tierarten sind.  Damit wird die Empathie gefördert, diese wunderschöne Tierwelt zu erhalten.

Im Sprachcamp wird Kindern mit Migrationshintergrund versucht mit alltäglichen Dingen und dem spielerischen Aufenthalt im Wald die deutsche Sprache nahezubringen, um ihre Chancen auf einen erfolgreichen Lebensweg zu erhöhen.

Das Ziel der Waldschule ist es jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit zu fördern. Gerade bei Kindern sollen durch die Aktionen im Wald ihre Selbstkompetenz und ihr Selbstbewusstsein gestärkt werden. Sie sollen erkennen, dass sie einzigartig sind und dass jeder mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten etwas Besonderes ist. Sie sollen aber auch erkennen, dass jeder Mensch etwas Besonderes ist und dass sie auf die Stärken der anderen zurückgreifen können und dürfen und dass sie die anderen bei ihren Schwächen unterstützen sollten, genauso wie sie unterstützt werden. Das wird ihnen auf ihrem Weg in die Zukunft helfen.

Die Waldschule im Märkischen Kreis e.V. ist seit ihrer Gründung im Jahre 1998 mit einem Mitarbeiter vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein- Westfalen ausgestattet.

Sie steht in der Trägerschaft des Fördervereines „Lernort Natur“, einer Initiative der Märkischen Kreisjägerschaft e.V., des Waldbauernverbandes und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Die Waldschule im Märkischen Kreis erfreut sich einer immer weiter zunehmenden Nachfrage. Seit ihrer Gründung 1998 haben insgesamt mehr als 100.000 Personen die Waldschule in Anspruch genommen.

Leitbild der Waldschule

Die Besucher der Waldschule lernen über alle Altersstufen, kulturelle Herkunft, Bildungsvoraussetzungen und körperlichen und geistigen Einschränkungen hinweg voneinander und miteinander, um die Zukunft nachhaltig gestalten zu können.

So kann jeder selbst dazu beitragen, Natur und Umwelt, Klima oder Biodiversität zu schützen und damit den Grundstein für sich als ein „Zukunftsgestalter“ zu legen.

Nachhaltiges Handeln machen wir verständlich und sichtbar, weil wir es erlebbar machen.

Im Vordergrund stehen bei uns Themenbereiche wie Natur und Umwelt, Klimaschutz, Biodiversität und gesunde Lebensweise.

Durch BNE-konforme, mehrtägige Projekte wie „Ernährung aus/mit der Natur“, „Bewegung im Wald“, „Let`s Fetz“, „Fichtensterben“, „Der Boden“ oder „Brauchen wir den Wald?“ etc. werden zielorientierte Unterweisungen angeboten.

In Zusammenarbeit mit anderen Bildungsträgern verpflichtet der Förderverein als Träger der Waldschule, zusätzliche „Kompetenzvermittler“, die für die Durchführung der Projekte notwendig sind. Auch werden Projekte gemeinsam mit der Stadt Iserlohn, Krankenkassen oder dem Märkischen Kreis durchgeführt. Der Projektumfang reicht von 1-tägigen bis zu 14-tägigen Veranstaltungen, je nach Thema und Teilnehmer.

Umgesetzt wird dies, in dem wir neben Sach-, Selbst-, Sozial- und Handlungskompetenz  in besonderem Maße die Gestaltungskompetenz fördern, weil hierbei die Kinder spielerisch lernen, kreativ mit Naturmaterialien aus „Nichts etwas Sinnvolles“ an zu fertigen, wie z.B.  Erstellen von Gesichtern, von Bauwerken, von Flechtwerken (Vorhängen, Taschen, Behältnisse) oder auch von themenbezogenen Mandalas.

In Verbindung mit motivationsfördernden Waldspielen und deren Auswertungen werden die Kinder und Jugendliche für den rücksichtsvollen Umgang mit und in der Natur sensibilisiert.

So lernen sie umweltgerechte Verhaltensweisen, Ressourcen zu schonen, Müll zu vermeiden oder auch gesunde Ernährungsweisen kennen. Im Team erwerben die Teilnehmer grundsätzliche Kompetenzen des Zusammenlebens  wie: konstruktive Mitarbeit, Verlässlichkeit, eigene Interessen zurücknehmen und Mitverantwortung übernehmen:

Die älteren Besucher oder Besucher mit Handicap erfahren Umwelt und Natur durch angemessene Aufgabenstellung, welche BNE konforme Dimensionen beinhalten. Hierbei werden z.B. aus lokalen Ereignissen globale Bezüge abgeleitet, wie biologische Vielfalt erhalten, Konsequenzen der Klimaveränderung ableiten, ressourcenschonende Lebensweisen darlegen, Entwicklungen von Waldstrategien begründen, Biodiversität und schulische Bildung in Schwellenländern, nachhaltiger Konsum, etc. (bioökonomische und sozio-kulturelle Aspekte).

Ziel ist es, alle Besucher, vom Elementarbereich bis hin zum tertiären Bereich zu befähigen, in Verantwortung zum Schutz der Umwelt und Natur, Werte, Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben, die eine Zukunft fähige Gestaltung des eigenen Lebens in einer globalisierten Gesellschaft ermöglichen (gemäß Agenda 2030 der UN).